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Vortrag "Faszination Mathematik" vom 17. Dezember 2008, eine kurze Zusammenfassung

Das Hessenkolleg Frankfurt und der Förderverein des Hessenkollegs hatten im Anschluss an die diesjährige Mitgliederversammlung des Fördervereins zu einem Vortrag mit Herrn Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher, Professor für Mathematik an der Universität Gießen und Direktor des Mathematikums in Gießen, zum Thema "Faszination Mathematik" eingeladen.

Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher zeigte in seinem sehr anregenden und hoch interessanten Vortrag, wie man mit einfachen Mitteln Mathematik attraktiv präsentierten und verständlich machen kann, und dass "Mathematik glücklich macht!"

So wurden die zahlreichen Besucher gleich zu Beginn bei einem Fingerspiel zur Bestimmung der Vielfachen von Neun zum Mitmachen animiert. Der mathematische Zusammenhang hierzu war schnell und einleuchtend erklärt.

Anschließend demonstrierte Prof. Dr. Beutelspacher, wie aus einem Papierstreifen ein regelmäßiges Fünfeck entstehen kann. Aus diesem Fünfeck wiederum ergibt sich ein Pentagramm oder ein fünfeckiger Stern, wenn man die Diagonalen nachzieht.
Diese Pentagramme waren schon vor 2500 Jahren das Erkennungszeichen der Pythagoreer, sie begegnen uns aber auch heute in vielfältiger Weise in unserer Lebenswelt.
Der Seestern bildet ein natürliches Pentagramm. Schneidet man einen Apfel oder eine Sternfrucht quer durch, erkennt man auch ein Pentagramm. Gerade in der vorweihnachtlichen Zeit sieht man eine Vielzahl fünfeckiger Sterne, denn Weihnachtssterne haben fast immer fünf Ecken. "Nur Weihnachtssterne, die die Mathematik nicht beherrschen, haben", laut Prof. Beutelspacher, "sechs Ecken."
Da ein Pentagramm als eine äußerst ästhetische Form empfunden wird, findet man die Fünfsterne auf den Flaggen der EU, den USA und vieler weiterer Länder, aber auch auf den Euro-Münzen.

Mit dem Bau eines Dodekaeders, eines der fünf platonischen Körper, und der nahe liegenden Assoziation zum Fußball, der ja aus 20 weißen Sechsecken und 12 schwarzen Fünfecken besteht, kam Prof. Beutelspacher zu den räumlichen Figuren. Er zeigte, wie ein Tetraeder aus einem Blatt Papier gefaltet werden kann. Ein Tetraeder oder Vierflächner ist eine Pyramide, die als Grundfläche ein gleichseitiges Dreieck hat und deren drei Seitenflächen ebenfalls gleichseitige Dreiecke sind. An diesem Modell konnte Prof. Beutelspacher dem Publikum erläutern, woher der Name "Tetra Pak" kommt und warum die in den 1970er Jahren verwendeten Tetra-Paks (beispielsweise Sunkist) heute nicht mehr eingesetzt werden.

Wie aus einem Papierstreifen durch Zusammenkleben der Enden einen Ring entsteht, weiß jeder. Dass aber durch das einmalige Verdrehen einer Seite vor dem Zusammenkleben ein fremdes, aber hoch spannendes Konstrukt, nämlich ein Möbius-Band, entsteht, war für die meisten neu.
Ein Möbius-Band hat ganz andere Eigenschaften wie der Ring. Während der Ring eine Innen- und eine Außenfläche bzw. eine Ober- und eine Unterkante hat, demonstrierte Prof. Beutelspacher, dass das Möbius-Band nur eine Fläche und nur eine Kante aufweist.

Als Prof. Beutelspacher dann eine Schere zur Hand nahm, um das Möbius-Band entlang einer Mittellinie zu teilen, waren alle gespannt, was nun entstehen würde. Genauso fasziniert war die Zuhörerschaft über das Ergebnis eines zweiten Schnittmusters; hier wurde die Schnittkante im Verhältnis 1:2 gewählt.

Dass aus zwei im rechten Winkel aufeinander geklebten Ringen, die anschließend jeweils entlang der Mittellinie geteilt werden, ein quadratischer Rahmen entsteht, hätte keiner erwartet. Jetzt konnte aber assoziiert werden, wie sich dieser Rahmen verändern würde, wenn man Ringe unterschiedlicher Farbe bzw. Größe verwendet. Jeder hatte, ohne es zu bemerken, bei diesem Experiment gelernt.

Prof. Beutelspacher zeigte als Zugabe dieses Experiment nun mit zwei aufeinander geklebten Möbius-Bändern. Hier war klar, dass das Ergebnis sehr viel ästhetischer sein würde als der Rahmen. Aber was würde entstehen? Irgendwann wurden die ersten Vermutungen geäußert, die dann auch richtig waren. Prof. Beutelspacher verriet am Ende dann auch den begeisterten Besuchern des Vortrags den Trick der zwei Herzen.

Ein lang anhaltender Applaus verdeutlichte in hohem Maße, dass es Herr Prof. Beutelspacher wie kein zweiter versteht, mathematische Zusammenhänge interessant zu präsentieren und "dass Mathematik glücklich macht".

Die Vorsitzende des Fördervereins bedankte sich abschließend bei Herrn Prof. Beutelspacher und verabschiedete die Besucher mit den besten Wünschen für das Weihnachtsfest. Die anschließenden lockeren Gespräche machten klar, dass Fördervereinsmitglieder wie auch Studierende in nächster Zeit sicherlich häufiger mit Papierstreifen, Klebestift und Schere "Mathematik zum Anfassen" demonstrieren werden.

 

Erweitertes Bildungsangebot

Seit Februar 2003 bietet das Hessenkolleg Frankfurt als erstes Kolleg in Hessen einen Aufbaukurs an, der wiederum dem Vorkurs vorgeschaltet ist und sich vorrangig an Interessierte mit Hauptschulabschluss richtet.

Seit August 2008 führt das Hessenkolleg Frankfurt beginnend mit dem Vorkurs und fortgesetzt in der Einführungsphase das Projekt "Lernbegleitende Beratung" (LbB) durch.
Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Lernergebnisse und Lernleistungen aller Studierenden. Dies soll in der "Lernbegleitenden Beratung" durch individuellere Beschulung, Beratung und Förderung erreicht werden.
Dabei stehen ausgehend vom jeweiligen individuellen Kompetenz- und Leistungsstand Aneignung, Festigung und Vertiefung von methodischen Fertigkeiten und sprachlichem Wissen sowie zunehmend eigenständiges Arbeiten im Mittelpunkt.

 

Präsentation

Ab Herbst 2006 besteht die Abiturprüfung aus fünf Elementen. Die beiden Leistungsfächer und ein weiteres Fach sind schriftliche Prüfungsfächer, ein viertes Fach wird mündlich geprüft. Das fünfte Prüfungselement ist eine Präsentation. Bei der Präsentation handelt es sich um einen medienunterstützen Vortrag mit anschließendem Kolloquium.Die Präsentation kann auch in einem Fach der schriftlichen Prüfungen abgelegt werden.

 

Landesabitur

Ab Herbst 2007 werden für die schriftlichen Abiturprüfungen landesweite, zentrale Aufgaben gestellt.

 

Vierstündiger Unterricht im Wahlpflichtbereich

Seit Februar 2006 werden neben den Pflichtfächern Deutsch, Englisch, Historisch-politische Bildung und Mathematik auch die Wahlpflichtfächer Zweite Fremdsprache (Französisch, Latein, Spanisch), Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Biologie, Chemie und Physik vierstündig unterrichtet.

 

Zweite Fremdsprache

Neben Französisch wird auch Spanisch und Latein als zweite Fremdsprachen angeboten.

 

Informatik

In der Qualifikationsphase wird eine durchgängige dreistündige Kurssequenz bis zum Abitur angeboten, sodass die Wahl des Prüfungsfachs Informatik im Abitur möglich ist. In den ersten beiden Kurssemestern stehen Algorithmen und Datenstrukturen im Mittelpunkt des Unterrichts. Die Einführung in eine Programmiersprache (hier Visual Basic) ermöglicht systematisches Problemlösen mit dem Computer. Die Themen für die letzten beiden Kurssemester sind die Methoden der Software-Entwicklung, Datenbanken und Internet (Struktur, Dienste, Repräsentation per HTML, Zugriff über Scriptsprachen). Die Arbeit an selbst entwickelten Projekten ergänzt und vertieft die im Informatikunterricht erworbenen Kompetenzen.

 

Kunst 

Das Fach Kunst wird als dreistündiges Fach in der Qualifikationsphase angeboten. Es besteht die Möglichkeit, Kunst als mündliches Prüfungsfach zu wählen. Dementsprechend werden sich die Unterrichtsstunden auf etwa zwei Drittel Theorie und ein Drittel Praxis verteilen. Das erste Kurssemester wird zunächst Grundfragen der Produktion und Reflexion ästhetischer Phänomene behandeln mit dem Ziel des Ausgleichs unterschiedlicher Vorkenntnisse in Theorie und Praxis. Die Themen für die folgenden Semester sind Bildende Kunst, Bildmedien, Architektur und Design.

 

Sport

Auch das Fach Sport wird am HKF als dreistündiges Fach in der Qualifkationsphase angeboten (zwei Stunden Sportpraxis, eine Stunde Sporttheorie). Im Bereich Sportpraxis werden Individual- und Mannschaftssportarten angeboten, z.B. Leichtathletik und Geräteturnen, Basketball, Volleyball oder Fußball. Die Sporttheorie behandelt unter anderem die Themen Sportbiologie, Sport und Gesellschaft sowie Trainingslehre. Das Fach Sport kann ebenfalls als viertes Prüfungsfach gewählt werden.


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